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Das Filmkorn feiert ein Comeback, und keiner fotografiert auf Film

Der "alter Film"-Look boomt beim Editieren, aber 99 % der Fotos laufen durch einen Filter, nicht durch einen Film.

Von Lina Weber··1 Min. Lesezeit

Leichte Unschärfe, ausgewaschene Farben, kleine Körnungspunkte und ein gelbes Datum in der Ecke: Die "Film"-Ästhetik ist überall. Das Paradoxe daran: Sie entsteht meist in einer App, in zwei Klicks, aus Fotos vom Smartphone.

Nostalgie nach einer Zeit, die wir nie erlebt haben

Das Lustige: Die Generation, die diesen Look liebt, hat nie eine Woche aufs Entwickeln eines Films gewartet. Es ist geliehene Nostalgie, eine visuelle Abkürzung, die sagt "dieser Moment zählt", ohne das Erlebte dahinter. Die Unvollkommenheit wird zum Echtheitssiegel, auch wenn sie nachträglich draufkommt.

Das Luxemburger Echo

Vor Ort ist das Analog-Comeback nicht nur ein Filter: Fotolabore und -läden melden neues Interesse an Einwegkameras und alten Kompakten, gesichtet auf Festivals und Studentenpartys. Der Trend läuft also zweispurig: falsches Korn für die Feeds, echter Film für die Puristen, die das Warten und die Überraschung wollen.

Quellen

  • Décryptage du revival esthétique « grain argentique » et de son adoption par la scène créative locale.
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